Marcel Natzschka ist ein in Dresden wohnender Neonazi, der in der rechten Szene zu einiger Bekanntheit gelangt ist. Er ist Sänger der Freitaler Rechtsrock-Band „Stahlwerk“, die 2012 gegründet wurde und deren Musik bis heute vom Chemnitzer Neonazi-Musiklabel „PC Records“ vertrieben wird. Die Band ist deutschlandweit bekannt und mit anderen Rechtsrockgrößen vernetzt.
Schon 2016 wurde die Band „Stahlwerk“, deren Mitglieder Verbindungen zur neonazistischen Terrorgruppe „Combat 18“ aufweisen, vom sächsischen Verfassungsschutz als rechtsextrem eingestuft. In ihren Songs singen sie immer wieder über den Nationalsozialismus, bekannte Nazis wie Hitlers Stellvertreter Rudolf Heß oder glorifizieren die Verbrechen des Zweiten Weltkrieges. Über Hitlers Stellvertreter singen sie „Deine Taten machen dich uns zum Vorbild“, in ihrem Song „Tag X“ machen sie deutlich, was sie mit ihren politischen Gegner:innen vorhaben: „Es kommt die Zeit, da steht ihr an der Wand, es kommt die Zeit, da brennt das ganze Land“. Einen Song widmet „Stahlwerk“ dem Waffen-SS-Panzerkommandanten Michael Wittmann, der mit über 100 Abschüssen von der NS-Propaganda als Kriegsheld verehrt wurde.
Auf ihrem Facebook-Account bewerben sie ihre EP „Idealist“ unter anderem mit dem Satz „Mit der Musik, laut aufgedreht, bekommt man Lust sich Quarzsandhandschuhe anzuziehen…“. Außerdem finden sich in ihrem öffentlichen Auftritt Aufrufe zu Neonazi-Demonstrationen wie dem jährlichen Aufmarsch in Dresden um den 13. Februar herum und Kommentare wie „kommt die Zeit, kommt Rat, kommt Attentat“.
Der Sänger der Band „Stahlwerk“ geht in seinem bürgerlichen Leben einem Job als Pfleger nach. Tätig ist er für den in Trägerschaft der Stadt Dresden befindlichen Pflegedienst „Cultus gGmbH“, wo er für das Fachpflegezentrum Altleuben tätig war. Das Pflegeunternehmen ist gemeinnützig und durch öffentliche Gelder finanziert. Vor kurzem berichteten wir bereits über den Neonazi Maik Zschech, der ebenfalls dort arbeitete. Bei Marcel Natzschka ist der Fall jedoch deutlich skandalöser. Der Sänger von „Stahlwerk“ arbeitet nicht mehr einfach „nur“ als Pfleger, er ist seit kurzem Betriebsratsvorsitzender der „Cultus gGmbH“ und damit oberster Vertreter aller Arbeitnehmer:innen und Mitglied im Aufsichtsrat, wo er gemeinsam mit Dresdner Stadträt:innen und der Sozialbürgermeisterin Kristin Kaufmann (LINKE) über die Geschicke des Unternehmens entscheidet.
Wir sind überzeugt, dass ein Neonazi wie Natzschka, der offen zu Gewalt aufruft und den Nationalsozialismus verherrlicht, niemals Betriebsratsvorsitzender oder Pfleger für ein städtisches Unternehmen sein darf. Er hat durch seine Position Zugang zu sensiblen personenbezogenen Daten der Beschäftigten von „Cultus“ und als Teil des Aufsichtsrates erhebliche Macht über das ganze Unternehmen, das sich etwa um die Pflege von Menschen mit Behinderung kümmert. Im NS, den Natzschka in seinen Songs verherrlicht, wurden diese noch planvoll getötet. Wir fordern Aufklärung von den Verantwortlichen sowie die schnellstmögliche Entlassung von Marcel Natzschka!