Nach dem erfolgreichen Stickerspaziergang durch Dresden Pieschen am 17.04. wollten wir daran anknüpfen und am 08. Mai, dem Tag der Befreiung vom Faschismus, einen Stadtteil besuchen, in dem es kaum sichtbare progressive bzw. emanzipatorische Stimmen gibt und in dem ein Dresdner Möchtegern Nazikader, Kurt Altrichter, sowie Dresdens bekanntester Nazischläger, Sebastian Reiche, ihr Zuhause haben: Dresden-Reick.
Das Gebiet, das wir in Reick besucht haben, gehört mit knapp über 50 % AfD-Wähler*innen und mehreren Versuchen rechter Raumaneignung in den letzten Jahren zu den für Neonazis attraktiven Vierteln.
Grund genug für praktischen Antifaschismus und dafür, dort eine Sticker- und Flyerrunde zu organisieren.
Mit knapp 40 Antifaschist*innen starteten wir unseren Ausflug, um uns das Wohnviertel von Kurt Altrichter, dem verschuldeten „JN-Aktivisten“ der Elblandrevolte genauer anzuschauen, rechte Propaganda zu entfernen und eigene antifaschistische Statements zu setzen. Unser Spaziergang zog die Aufmerksamkeit der Anwohnenden auf sich, so wie sich auch die Wahlergebnisse im Viertel widerspiegeln. Neben Unverständnis unter den „Kartoffeln“ im Viertel gab es vor allem Zuspruch, größtenteils von jungen migrantisierten Menschen.
Es ist und bleibt eine unserer zentralen Aufgaben als Antifaschist*innen, rechte, menschenverachtende Personen und Strukturen immer und überall klar zu benennen und ihnen entschlossen entgegenzutreten! Mit hunderten verteilten Flyern und zahlreichen angebrachten Stickern haben wir ein antifaschistisches Signal an die Neonazis in ihrem Viertel gesendet: Wir haben euch und eure Naziaktivitäten im Blick und kennen eure Strukturen!
In einer Zeit, in der rechte Ideologien mit all ihren ekelhaften Facetten normalisiert werden, ist es umso wichtiger, ihnen aktiv entgegenzutreten. Auf verschiedenen Ebenen ist es möglich, aktiv zu werden. Wichtig ist, aus der Lethargie des „Nichts machens“ herauszukommen und sich dem entgegnzustellen, was unsere Freiheit und unsere Werte zerstören will. Organisiert euch und werdet aktiv!
An dieser Stelle ein Zitat von Esther Bejarano, Auschwitz-Überlebende und Kämpferin gegen den Faschismus: „Ich möchte, dass die Menschen aufstehen, dass sie nicht mehr schweigen, sondern sich gegen diese Faschisten, die hier rumlaufen, auflehnen… Ich weiß genau, was kommen wird, wenn die wieder Oberhand bekommen. Und das dürfen wir einfach nicht erlauben.“
Wir möchten uns bei allen involvierten Antifaschist*innen bedanken, die zum Jahrestag der Befreiung vom Hitlerfaschismus nach Reick gefahren sind, und teilen hiermit unser Video der Aktion.
Ob Pieschen, Reick oder anderswo – keine Homezone für (Neo-)Nazis!