Nach dem Tod eines französischen Neonazis und Mitglieds der extrem rechten Gruppe „Action francaise“ in Lyon, ruft die neonazistische Szene auch in Sachsen dazu auf, Rache zu nehmen und „Antifas“ zu „töten“. An der neonazistischen Mobilisierung beteiligt sich auch, wie könnte es anders sein, der erst kürzlich wegen gefährlicher Körperverletzung verurteilte Neonazi Max Schreiber (Freie Sachsen). In propagandistischer Manier warnt er vor dem Anstieg linker Gewalt.
Nicht nur war der französische Rechtsextremist selbst Teil einer Gruppe, die mit Eisenstangen Menschen angriff und es ist weiterhin unklar, was vor Ort tatsächlich geschah. Auch ist der Versuch der deutschen Neonazi-Szene, linke Gewalt als große Gefahr darzustellen, ein durchsichtiges Ablenkungsmanöver. In Deutschland ist es rechte Gewalt, die regelmäßig Todesopfer fordert, wie ein Blick in die Statistiken zeigt.
Das Jahr 2026 war noch keine 2 Wochen alt, als der erste Tod durch rechte Gewalt zu beklagen war. Ibrahim Akkuş verstarb im Alter von 70 Jahren an den Spätfolgen seiner Schussverletzungen. Ein Rechtsterrorist feuerte am Abend des 19.02.2020 in der Arena Bar in Hanua acht Schüsse auf ihn ab. Er ist das zehnte Todesopfer des rassistischen Terroranschlags. Die Amadeu-Antonio Stiftung zählt ihn als 222. Todesopfer rechter Gewalt in Deutschland seit 1990.
Allein im Jahr 2024 belief sich die Gesamtzahl rechter Straftaten auf 42.788. Auf Sachsen entfielen davon 10%. Die Zahl der Gewalttaten bezifferte sich im selben Jahr auf 1.488 Fälle. In Sachsen verzeichneten die Opferberatungsstellen 328 rechtsmotivierte Angriffe auf 446 Personen. Hierbei handelte es sich meist um rassistisch motivierte Körperverletzungen. Für 2025 gibt es bereits Angaben zu den deutschlandweiten Gewalttaten: 1.521 Fälle.
Im gesamten Bundesgebiet wurden im Jahr 2024 über 50.000 Personen der rechtsextremen Szene zugeordnet. Darunter befinden sich 15.300 gewaltbereite Neonazis. In Sachsen allein werden 6.000 Personen der rechtsextremen Szene zugeordnet (ein Fünftel ist bei den Freien Sachsen aktiv). Von den gewaltbereiten Neonazis wurden 2024 555 per Haftbefehl gesucht, sie gelten damit als untergetaucht. Im vergangenen Jahr waren es immer noch 535.
Gwalttätige Übergriffe auf Personen, die nicht in das rechte Weltbild passen, gehören zum wesentlichen Bestandteil der neonazistischen Szene. Die Gefahr, Betroffene:r von neonazistischer Gewalt zu werden, ist seit Jahren hoch und alles andere als rückläufig. Das sehen wir hier in Sachsen täglich auf der Straße. Am Montagabend wollen Neonazis als Trauermarsch durch Dresden ziehen und ihre verzerrte Erzählung linker Gewalt verbreiten. Neben Schreiber hat auch die Elblandrevolte aufgerufen.
Schließt euch am Montagabend dem antifaschistischen Protest gegen den neonazistischen Trauermarsch an.
Nazis töten. Antifas schützen!
Wann: 23.02.2026, 18:30 Uhr
Wo: Kulturpalast Dresden, Galeriestraße